Glutunfreie Getreidesorten in gläsern in einem Regal

Glutenfreies Getreide – Alternativen bei Zöliakie & Weizenallergie

Gluten – Was ist das überhaupt?

Gluten ist ein Eiweiß, das in verschiedenen Arten von Getreidesorten in den Samen zu finden ist z.B. in Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel. Oft wird Gluten auch das “Klebeeiweiß” genannt, da es entsteht, wenn bestimmte Proteine durch Feuchtigkeit miteinander verbunden werden. So spielt Gluten beispielsweise bei der Produktion und Herstellung von Backwaren eine große Rolle.

Leidet man unter Zöliakie, reagiert der Körper überempfindlich auf Gluten. In Deutschland leiden rund 400.000 Menschen unter dieser chronischen Darmerkrankung. Nehmen unter Zöliakie leidende Menschen Lebensmittel zu sich, die Gluten enthalten, wird dadurch die Schleimhaut innerhalb des Dünndarms massiv geschädigt, sodass beispielsweise Nährstoffe nicht mehr richtig aufgenommen werden können. Eine glutenfreie Ernährung ist hier also Voraussetzung um keine bleibenden gesundheitlichen Schäden zu verursachen. Menschen mit Zöliakie leiden zudem oft unter Bauchschmerzen, Durchfall, Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit.

Mit der richtigen Ernährung z.B. durch glutenfreies Getreide, können Betroffene die Krankheit lindern, so sind z.B. Amaranth, Quinoa oder Buchweizen ideal für eine glutenfreie Ernährung und als Ersatz in Rezepten, die unter normalen Umständen mit Weizen oder anderem Getreide zubereitet werden. Tipp: Da aufgrund des fehlenden Glutens die Klebewirkung bei der Zubereitung nicht einsetzt, empfiehlt es sich bei Rezepten mit glutenfreien Alternativen etwas Johanniskernmehl oder Sojamehl hinzu zu geben, um mehr Stabilität hervorzurufen.

Quinoa

Quinoa ist eine der ältesten Nutzpflanzen, da sie schon den Ureinwohnern in den Anden von Südamerika als Nahrungsquelle aber auch als Opfergabe für die Götter diente. Auch wenn Quinoa aus diesem Grund als “Inkaweizen” bekannt ist, ist es kein Getreide, sondern gehört zur Gattung der Gänsefußgewächse, genau wie Spinat und Rote Beete. Optisch ähnelt es allerdings eher Hirse, wobei die kleinen, gelblichen Körner in Perlenform einen etwas nussigen Geschmack haben.

Glutenfreies Getreide, Quinoa Pflanze, Anbau auf einem Feld, lilafarbiges Gewächs

Quinoa wurde im Jahr 2013 zur “Pflanze des Jahres” gewählt und das nicht ohne Grund: Es ist vor allem reich an Eisen, Zink, Magnesium und enthält hochwertiges Eiweiß wie die Aminosäuren Lysin, Tryptophan und Cystin sowie einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Quinoa ist also nicht nur gesund, sondern als glutenfreies Getreide auch eine Alternative für Menschen, die unter Zöliakie leiden oder aber eine glutenfreie Ernährung bevorzugen. Zudem trägt Quinoa zu einer basischen Ernährung bei und gleicht damit andere Lebensmittel aus, die sauer auf unseren Körper wirken und bringt ihn somit ins Gleichgewicht.

Glutunfreies Getreide, Gericht mit Quinoa auf einem teller angerichtet, mit rucola, Limetten und Tomaten

Amaranth

Ähnlich wie Quinoa gehört auch Amaranth mit zu den ältesten Nutzpflanzen, die die Menschheit kennt. Bei den Inkas und Azteken galt die glutenfreie Getreidesorte lange Zeit als heilig, da sie für sie eine heilende Wirkung besaß und die Urvölker davon überzeugt waren, dass sie eine Quelle großer Kraft darstellte. Der Begriff “Amarant” bedeutet aus dem griechischen (amàranthos) übersetzt “unsterblich” oder “nicht vergänglich”. Amaranth gehört zu der Gattung der Fuchsschwanzgewächse und ist ein glutenfreies Getreide. In einer Amaranth- Pflanze kann man fast bis zu 50.000. Körner finden. Die Pflanzen werden heute in Mittel- und Südamerika aber auch in Europa angebaut. Amaranth verschwand als glutenfreie Alternative längere Zeit von der Bildfläche, allerdings wurde es aufgrund seines hohen Nährstoffgehaltes und dem Trend hin zur glutenfreien Ernährung in den letzten Jahren wiederentdeckt, da es gleichzeitig auch eine gesunde Alternative für unter Zöliakie leidende Menschen ist.

Glutunfreies Getreide, Amaranth in einer schale aus holz

Zudem enthält Amaranth viele essentielle Aminosäuren und hat damit einen hohen Eiweiß- und Proteingehalt, was es für Veganer und Vegetarier und Menschen, die unter Eisenmangel leiden, besonders interessant macht. Auch die Vitamine B1 und B2 sind in Amaranth zu finden, so wie ein hoher Gehalt an Calcium, Magnesium, Zink und Eisen. Amaranth kann vor allem als Beilage zu Gemüse z.B. in Pfannen oder Wok-Gerichten sowie in Aufläufen, Salaten oder Suppen verwendet werden.

Buchweizen

Ein weiteres glutenfreies Getreide ist der Buchweizen, der im 14. Jahrhundert auf ungeklärte Weise von Zentralasien nach Europa gelangte und sich dort schnell als beliebte Nutzpflanze etablierte. Heute wird Buchweizen vor allem in den osteuropäischen Ländern wie Russland oder der Ukraine aber auch im asiatischen Raum in China und Japan angebaut. Die Buchweizenpflanze gehört zur Gattung der Knöterichgewächse wie z.B. auch Sauerampfer und enthält daher kein Gluten. Trotzdem ist Buchweizen ähnlich wie Amaranth eine hervorragende Eiweißquelle, da er essentiellen Aminosäuren enthält, die der Mensch braucht und selber nicht herstellen kann. Auch Buchweizen enthält viele B-Vitamine und ist reich an Eisen, Magnesium und Zink, außerdem ist er besonders leicht verdaulich.

Für Menschen die an Zöliakie erkrankt sind, ist Buchweizen ebenfalls eine tolle Alternative für die glutenfreie Küche. Aufgrund seines nussigen Geschmacks eignet er sich besonders für Nudeln. Wichtig ist allerdings, dass Allergiker darauf achten, dass sie ausschließlich reinen Buchweizen und Buchweizenprodukte konsumieren, wie z.B. den schwarzen Buchweizen, da in manchen Buchweizenprodukten oft ein kleiner Anteil an echtem Weizen zugesetzt, insbesondere bei Backwaren wie Muffins oder Keksen. Rezeptideen für Gerichte mit schwarzem Buchweizen finden Sie hier.

Glutenfreies Getreide, Buchweizen Gericht auf einem teller mit frischer Petersilie
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